Archiv der Kategorie: 2008

Herzogenauracher Sommernachtsball


Nordbayrische Nachrichten

Ball trifft genau den Bedarf

Gewitter konnte dem Freiluft-Tanzvergnügen nichts anhaben

Zu einer Sommernacht gehört ab und zu ein Gewitter. Der erste Herzogenauracher Sommernachtsball am Samstag bekam prompt eins ab. Er wurde trotzdem zu einem Erfolg.

HERZOGENAURACH – «Da kann man Männer im schwarzen Anzug putzen sehen.» Dieser Anblick allein hat die Tischnachbarin mit dem Wetter versöhnt.

Dank des schnellen Einsatzes festlich gewandeter Helfer vom ASV Niederndorf und von der Stadtjugendkapelle, den beiden Veranstaltern, war binnen Minuten nach Ende des Platzregens die Pfützen vom Tanzparkett, die durchgeweichten Dekorationen von den Tischen und das Wasser von den Bänken entfernt.

Pünktlich hatten Ball und Gewitter angefangen. Rund 500 Gästen hatten Karin Wittenzellner-Zollhöfer und Bernhard Schwab, die beiden Vorsitzenden, am Eingang zum Gelände des Musikvereins Prosecco und Rosen verehrt, die Artie-Benz-Band hatte sich mit sieben Mann plus Sängerin ins Zeug gelegt und die Ballbesucher hatten das eigens verlegte Parkett geradezu gestürmt, als Blitz, Donner und heftiger Regen drohten, zehn Monate Vorbereitung zunichte zu machen. Auch Schirmherr German Hacker hätte sich beinahe vergebens vorbereitet gehabt.

Denn, bekannte der Bürgermeister in seiner offenen Art, bislang habe er überhaupt nicht gewusst «wie man tanzt». Wolfgang Rühling, sein alter Lehrer, und dessen Frau Renate, immerhin Chefin der Niederndorfer ASV-Tanzabteilung, hatten das mit einem Crashkurs behoben. «Around the World», ein auf Hackers Wunsch «sehr langsamer Walzer» eröffnete das Fest und Uta und German Hacker machten auf dem Parkett eine gute Figur.

Dass sie damit im Trend liegen und dass der Ball offensichtlich eine Lücke füllt, bewies die Tatsache, dass sich kaum ein Besucher vom Regen vertreiben ließ. Man nahm Zuflucht im Probensaal der Jugendkapelle, wo der Zauberkünstler René Zander, bezeichnenderweise aus Feucht, die Zwangspause gekonnt überbrückte.

Dann ging es wieder los mit Artie Benz und – auf der anderen Seite des Vereinsheims – mit der dreiköpfigen, instrumental und elektronisch hochgerüsteten «Celebration Band» – und eher noch besser gelauntem Publikum. Die Leute genossen das ideale Freigelände, die Stimmung unter dem – wieder – besternten Himmel und die sonstigen Annehmlichkeiten von Nägels Party-Imbissen über Eis von Carlos Abend-Filiale bis zum prächtigen Mitternachtsfeuerwerk, gezündet von Marko Hagen aus Weisendorf.

Beifall bekamen die ASV-Tanzformation und die Flamenco-Tänzerinnen aus der Erlanger Schule von Mari Angeles Alvarez. Dank der Sponsoren gab es ein Plus in der Kasse und eine Tombola mit Glücksfee Uta Hacker.

Rainer Groh

Fränkischer Tag

Nur der Regen trübte die Stimmung kurz

SOMMERNACHTSBALL Ein neuer gesellschaftlicher Höhepunkt in Herzogenaurach begeisterte die Gäste.

VON UNSEREM MITARBEITER RICHARD SÄNGER
Herzogenaurach – Schlossgartenatmosphäre gab es am Samstagabend auf dem Gelände der Stadtjugendkapelle. Die Stadtjugendkapelle und der ASV Niederndorf wurden für die vielen Stunden der Vorbereitungen belohnt. Der erste Herzogenauracher Sommernachtsball ist, so die Besucher, zweifelsohne ein neuer gesellschaftlicher Höhepunkt im kulturellen Leben der Stadt Herzogenaurach und kann zu einer Erfolgsgeschichte werden.

Die Kulisse konnte prächtiger kaum sein: Sattes Grün, auf zwei Seiten gesäumt von alten illuminierten Bäumen, fein gedeckte Tische, über fünfhundert Gäste in festlichen Abendroben. Nur ein Gewitter, das glücklicherweise so schnell ging wie es kam, sorgte für eine etwa halbstündige „Zwangspause“.

Planungen haben sich gelohnt

Eine gut gelaunte Karin Wittenzellner-Zollhöfer, Vorsitzende des ASV Niederndorf, und ein zufrieden dreinblickender Bernhard Schwab, Präsident der Stadtjugendkapelle, empfingen die Gäste am Eingangstor. Die Damen bekamen von Schwab eine gelbe Rose überreicht, Wittenzellner-Zollhöfer verteilte an die Ankommenden einen Aperitif.

Auf dem weitläufigen Gelände fanden sich schön dekorierte Tische, Getränke- und Essenstände, eine Bar, zwei Bühnen und zwei Tanzflächen, überall Lichter und Scheinwerfer. Unter den Gästen natürlich der Schirmherr, Bürgermeister German Hacker. Mit am Bürgermeistertisch, sein Vorgänger im Amt, Hans Lang mit Gattin Helga. Nach der Begrüßung durch die beiden Vorsitzenden, die ihre Ansprache, wegen der drohenden Wolken, sehr kurz hielten, ergriff der Schirmherr und Bürgermeister Hacker das Wort. „Ich freue mich über die übertragene Schirmherrschaft“, so Hacker, „vor neun Monaten wusste ich noch nicht, dass ich heute hier stehe – und wie man tanzt auch noch nicht, aber ich machte einen Crash-Kurs und werde diesen Abend bestimmt überleben.“

Hacker durfte dann zusammen mit seiner Gattin Uta den Abend eröffnen, die „Artie Benz Band“ spielte einen langsamen Walzer, einen „ganz langsamen“ betonte Schwab bei der Bestellung. An der Südseite des Musikerheimes spielte auf der Terrasse die „Celebrations-Band“ zum Tanz auf, so konnten die Gäste wählen und zwischen den beiden Tanzflächen flanieren.

Unter den sehr eifrigen Tänzern auch der Bundestagsabgeordnete Jörg Rohde mit Gattin Cordula. Die Organisatoren blickten des öfteren etwas besorgt zum Himmel, im Osten braute sich was zusammen, dazu noch ein Anruf, „Es regnet in Frauenaurach.“ „Vielleicht dreht das Gewitter noch ab“, so die Hoffnung. Doch der Rand des Schlechtwettergebietes erwischte auch Herzogenaurach. Die Gäste suchten Zuflucht im Musikerheim, unter Bäumen, an und unter den Verkaufsständen, alle blieben da, weil bereits wieder der blaue Himmel sichtbar wurde. Zurück blieben aufgeweichte Tischdekorationen, die von den Helfern entfernt wurden, Tisch- und Bänkewischen war gefragt. Selbst der Schirmherr griff zum Besen, um den Parkettboden vor der großen Bühne vom Wasser zu befreien.

Gleich war die Tanzfläche wieder bevölkert, die gute Stimmung war wieder da und die beiden Bands legten sich mächtig ins Zeug. Zwischendrin unterhielt „René Zander die Gäste an den Tischen und während des Regens im Musikerheim mit Zaubertricks. Da die Tanzsportabteilung ihren 25-jährigen Geburtstag feiert, zeigte die Tanzabteilung Formationstänze und Mare Angeles Alvarez zeigte mit ihren Flamenco Tänzerinnen eine feurige Flamenco-Schau.

Wiederholung gewünscht

Zum Abschluss des Abends gab es noch ein grandioses Feuerwerk, zwar nicht unter Sternenhimmel, begeisterte aber trotzdem die Gäste. Dass die Organisatoren die „richtige Nase“ hatten, bewiesen die vielen Autokennzeichen auf dem nahen Parkplatz der Firma Schaeffler, der für diesen Abend geöffnet und zur Verfügung gestellt wurde. Alles in allem ein sehr gelungener Abend, für den sich alle Mühen lohnten, der nach einer Wiederholung verlangt und im gesellschaftlichen Leben in Herzogenaurach einen festen Platz einnehmen sollte.

Sommerkirchweih


Fränkischer Tag

Das Feuerwerk fehlte, Kellner wurden getauft

Herzogenaurach – Nein, so wirklich zufrieden sei er nicht. Zum einen habe es am Wetter gelegen, erklärt der Schausteller. Aber dafür könnten die Organisatoren nichts und das sei halt Schausteller-Los. Aber für das nicht stattgefundene Feuerwerk, da könnten die Organisatoren halt doch etwas.

„Ab zwanzig Uhr war hier am Sonntag fast nichts mehr los.“ So ein Feuerwerk ziehe halt doch die Gäste an. Nun habe es dieses nicht gegeben, das Geld solle „sinnvoller“ investiert werden. Das aber die Schausteller von solchen attraktiven Zusätzen leben, habe niemand bedacht, vor allem nicht der Bürgermeister German Hacker, so die Kritik des Fahrgeschäftebetreibers.

„Das Feuerwerk muss wieder her!“
Aber auch die Kellerwirte sind nicht glücklich über diese vermeintliche Ersparnis. „Die Keller waren heuer früher leer“, erklärt einer der Ortsburschen beim Frühschoppen. „Die Herzowerke kaufen sich teure Wellen für ihr Schalthäuschen und hier wird wieder einmal am falschen Fleck gespart.“ Man dürfe, so die einhellige Meinung der Burschen, nicht dort sparen, wo es vielen anderen wiederum – auch finanziell – wehtut.

Die Sommerkerwa im Weihersbachgelände ist nach zehn Tagen mit wechselnden Wetter vorbei. Sie gehörte wieder einmal mit zu den schönsten Kirchweihen in der Region, aber Kritik bleibt heuer nicht aus. So sei die Handhabung mit den Toiletten einfach ein Unding (siehe auch den Leserbrief links). Es könne nicht sein, dass diese spät aufgemacht und dafür früh geschlossen werden. Schön seien die Räume ja geworden, nur wenn damit die Angst vor Vandalismus einhergeht und die Anlagen darum geschlossen bleiben, mache keinen Sinn. Da wünsche sich so mancher (männlicher) Kerwasbesucher die alten Zustände wieder her.

Erste offizielle Kellner-Taufe
Aber auch Positives gab es zu berichten: Wer ein richtiger Herzo-Kellner werden will, der muss sich erst beweisen. Basti Mehler hat es geschafft und wurde am Sonntagabend zum Ausklang der Sommerkirchweih offiziell in den Reigen aufgenommen. Die erste offizielle Kellner-Taufe im Weihersbach.

Die Herzo-Kellner haben sich in den letzten Jahren einen sehr guten Ruf auch über die Landkreisgrenzen erarbeitet. Bei vielen Veranstaltungen trifft der Gast aus Herzogenaurach deshalb bekannte Gesichter. So ist Herzogenaurach beim Anna-Fest in Forchheim im letzten Jahr noch mit drei Kellner vertreten gewesen, in diesem Jahr hat sich die Zahl schon verdoppelt. Schlichtweg ein klasse Leistungsbeweis für die Herzogenauracher – Qualität zahlt sich aus.

Es ist nicht leicht den Titel eines Herzo-Kellners zu erlangen. Da wird von den Kollegen schon beobachtet, wer Leistung bringt. Basti Mehler hat es geschafft und erhielt als Erster die Kellner-Taufe im Weihersbach. Sein Orden ist einfach – eine alte Kellnerjacke, die er nun sein Eigen nennen darf. Er hat es sich verdient, so die Kollegen. Nach „Schnupperkursen“ am Altstadtfest, hat er in den letzten zehn Tagen alles gegeben und gehört ab sofort zum festen Stamm der Hero-Kellner. Und das ganz ohne Kritik mb, hep
„Nachtschicht“sorgt für prächtige Stimmung

SOMMERKIRCHWEIH Am Donnerstagabend waren am Weihersbach die Bänke voll besetzt.

Herzogenaurach — Endlich mal ein gut gefülltes „Haus“, das haben sich die Wirte bei der Sommerkirchweih am Donnerstagabend sicherlich gedacht. Waren die Tage zuvor eher durchschnittlich besucht, so zog es an diesem Abend doch viele Gäste in den Weihersbach.

„DieNachtschicht“ sorgte für prächtige musikalische Umrahmung und so standen schon am frühen Abend zahlreicheGäste auf den Bänken und sangen mit Frontfrau Christinemit. Diese startete wiederum einige Ausflüge vom Podium zu ihren Fans, die sich das sehr gerne gefallen ließen und mit guter Stimmung honorierten.

Nicht minder weniger Stimmung herrschte im Rockzelt. Dort hatten Wulli & Co ihren Auftritt. Der Liedermacher er sorgtemit seinemProgramm dafür, dass eigentlich für jeden Musikgeschmack an diesem Abend etwas im Weihersbach geboten war.

Ohne Ehrenamtliche geht es nicht

Mit viel Engagement bewirten Mitglieder und Freunde der Herzogenauracher Stadtjugendkapelle dieses Jahr wieder den Glaß’nkeller auf der Sommer-Kirchweih. Solche Aktivitäten sind eine wichtige Einnahmequelle für den Verein, um damit laufende Kosten, zum Beispiel für Instrumente und für die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen, zu bestreiten. Ohne diese Einnahmen würden die relativ günstigen Mitglieder- und die Ausbildungsbeiträge deutlich höher ausfallen.

Eine Veranstaltung wie die Sommer-Kirchweih bedeutet für den Verein einen immensen Aufwand zum Organisieren. Rund 60Helfer haben sich in die Arbeitsliste über die neun Festtage eingetragen. Hinzu kommen viele fleißige Senioren, die den Keller tagsüber bewirten. Viele Helfer stehen wiederholt am Ausschank oder an der Spülmaschine und leisten ein Mehrfaches der jüngst vereinbarten Pflichtstunden für den Verein.

Konny Gruber beispielsweise steht nicht auf der Helferliste, ist aber einfach immer zur Stelle, wenn es gilt, die „Durstspitzen” zu bewältigen, indemer zeigt, wieman ein Weizenbier oder eine alkoholfreie Maß in kürzester Zeit einschenkt. Meistens erst nach Mitternacht, wenn Kassensturz gemacht ist, denken die Ersten Vorstände und Kassenwarte an ihren Feierabend und verabschieden die Helfer mit einem „Dankeschön!” nachHause.
hep/nie

 

Wertungsspiel Neunkirchen


Nordbayrische Nachrichten

Sehr guter Erfolg mit Belobigung

Was für Sportvereine die Wettkämpfe darstellen, sind für Musikorchester die Wertungsspiele. Kürzlich fuhren das Symphonische Orchester sowie das Zweite Orchester der Herzogenauracher Stadtjugendkapelle zu Wertungsspielen nach Neunkirchen am Brand. Das Symphonische Orchester trat mit 60 jungen Musikerinnen und Musikern in der so genannten Höchststufe an. Unter Dirigent Norbert Engelmann wurden zwei Stücke des Komponisten Otto M. Schwarz aufgeführt. Die Wertungsrichter belohnten die Blaskapelle mit einer «sehr guten Wertung mit Belobigung». Viel Zeit zum Erholen blieb den Musikern allerdings nicht, denn schon tags darauf erfreute das Erste Orchester mit einem dreistündigen Auftritt die Besucher der Herzogenauracher Sommerkirchweih. Erstmals in der Mittelstufe spielte das Zweite Orchester der Stadtjugendkapelle. Hans-Jürgen Lorenz dirigierte die 45 Kinder und Jugendlichen, und mit einer Altersspanne von 10 bis 16 Jahren präsentierte sich ein sehr junges Orchester dem Wertungsgremium. Mit den Stücken «Schloss Orth» von Fritz Neuböck und «Music» von John Miles verdiente sich auch das Zweite Orchester mit einer ausgewogenen Vorstellung das Prädikat «mit sehr gutem Erfolg».