• Das HerzoSound Orchester im Liebfrauenhaus

    Am Mittwoch war das HerzoSound-Orchester zu Gast in der Alten- und Pflegeeinrichtung des Liebfrauenhauses in Herzogenaurach. Die Terrasse des Hauses war bis auf den letzten Platz gefüllt, sodass sich die knapp 40 Musikerinnen und Musiker des Orchesters auf einer angrenzenden Rasenschräge aufstellen mussten.

    Das Musikprogramm ähnelte dem Auftritt beim Herzogenauracher Altstadtfest. Einige Samba- und Latin-Stücke wurden zwar aus dem Programm genommen, doch die übrige Auswahl schien wie für die Seniorinnen und Senioren gemacht. Dirigentin Katja Fischer leitete das Orchester nicht nur souverän, sondern führte auch mit Charme und viel Gespür durch das Programm. So erinnerte sie beispielsweise an die Zeit, als sich zwei der größten Pop- und Rockbands der Welt ein musikalisches Duell lieferten: die Rolling Stones und die Beatles. Passend dazu erklang ein Medley der Rolling Stones sowie der Beatles-Klassiker „Hey Jude“.

    Besonders großen Anklang fanden bei den Gästen bekannte Melodien wie „Capri-Fischer“, „Tanze mit mir in den Morgen“, „Strangers in the Night“ und „Spanish Eyes“. Mit der Zugabe „My Way“ von Frank Sinatra traf das Orchester schließlich noch einmal genau den Geschmack des Publikums.

    Wer regelmäßig mit älteren Menschen – insbesondere in Alten- und Pflegeeinrichtungen – zu tun hat, weiß, welche positive Wirkung Musik entfalten kann. Gerade Live-Musik schafft eine besondere Atmosphäre: Neben dem musikalischen Erlebnis tragen auch das farbenfrohe Gesamtbild des Orchesters und die unmittelbare Interaktion zwischen den Musikerinnen und Musikern sowie dem Publikum zu einem unvergesslichen Nachmittag bei.

    So profitierten an diesem Nachmittag alle Beteiligten: Das Orchester konnte sein Können unter Beweis stellen und die Freude am gemeinsamen Musizieren mit dem Publikum teilen. Die Gäste wiederum genossen bei Kaffee und Kuchen die abwechslungsreiche Musik und verbrachten einen stimmungsvollen Nachmittag in bester Gesellschaft.

  • Erster Auftritt der Tuesday Night Groovers

    Werner Fiedler, Tubaist des HerzoSound Orchesters, hatte anlässlich seines Geburtstags zu einem Brunch ins Vereinsheim der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach eingeladen. Was als gemütliches Beisammensein begann, entwickelte sich für die Gäste zu einer besonderen Überraschung: Die Combo Tuesday Night Groovers feierte ihren ersten Auftritt und präsentierte ein abwechslungsreiches Programm aus Jazz, Swing und Rock.

    Als Gastgeber stand Werner Fiedler dabei selbst mit der Tuba auf der Bühne und führte zudem mit unterhaltsamen Erläuterungen durch das Programm. Die Formation präsentierte eine beachtliche Setlist mit insgesamt 14 Titeln.

    Zum Jazz-Repertoire gehörten unter anderem „Birdland“, „Mercy, Mercy, Mercy“ und „Walk Tall“ von Joe Zawinul. Aus dem Swing erklangen Klassiker wie „Sunny“ und „On the Sunny Side of the Street“. Auch Rocktitel aus den 1960er- und 1970er-Jahren durften nicht fehlen, darunter „Riders on the Storm“ von den Doors, „Hit the Road Jack“ von Percy Mayfield sowie „Smoke on the Water“ von Deep Purple.

    Besonders hervorzuheben ist, dass viele der gespielten Arrangements aus der Feder von Walter Wachter stammen. Er unterstützt die Combo als musikalischer Mentor und wirkte beim Premierenauftritt auch selbst mit. Das Stück „Cadillac Boogie“ wurde sogar vollständig von ihm komponiert und arrangiert.

    Nach diesem gelungenen Debüt dürften sich viele die Frage stellen: Wer sind eigentlich die Tuesday Night Groovers?

    Diese Frage wird in einem der nächsten Beiträge beantwortet, in dem sich das Ensemble ausführlich vorstellen wird.

  • Standing Ovations zum Abschied: Björn Schnee dirigiert letztes Konzert der Bläserphilharmonie

    Mit einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm begeisterte die Bläserphilharmonie der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach unter der Leitung von Björn Schnee am vergangenen Donnerstag das Publikum am Entla’s Keller in Erlangen. Im Rahmen der traditionsreichen Konzertreihe „Klassik am Berg“, bei der seit vielen Jahren hochwertige Blas- und Orchestermusik im Mittelpunkt steht, gastierte das Orchester erstmals.

    Der Konzertabend begann mit dem temperamentvollen Slawischen Tanz Nr. 8 von Antonín Dvořák. Es folgten ein Medley aus dem Musical Tanz der Vampire sowie Alfred Reeds konzertantes Werk El Camino Real. Den Abschluss des ersten Programmteils bildete mit All In ein populärer Song von den Fäaschtbänklern.

    Souverän und kurzweilig führten Lea Weißkopf und Charly Windisch durch das Programm.

    Den zweiten Teil nach der Pause leitete zunächst Kellerwirt Friedrich Engelhardt ein. Es gäbe echte Beschwerden aus den hinteren Reihen. Engelhardt: Ich soll euch sagen, ihr sollt dort hinten den Rand halten.“ Und er forderte seine Gäste auf: „Immer dann, wenn gespielt wird, dann trinken wir in aller Stille. Und wenn aufgehört wird zu spielen, dann reden wir was das Zeug herhält.“ Eine nicht ganz einfache Gratwanderung in einem Biergarten, der eben keine Konzerthalle ist. Entsprechend wurde diese Bitte im weiteren Verlauf des Abends noch mehrfach wiederholt.

    Mit Last Call von Otto M. Schwarz eröffnete die Bläserphilharmonie den zweiten Konzertteil. Es folgten die Filmmusik aus Fluch der Karibik, der Titel Höhenflieger sowie ein Medley mit Hits der 1980er Jahre, bei dem das Publikum zum Mitsingen aufgefordert wurde.

    Kurz vor den Zugaben ließ Charly Windisch dann noch eine kleine Bombe platzen: Der traditionelle Blumenstrauß für Dirigent Björn Schnee wurde nicht nur als Dank für das gelungene Konzert überreicht, sondern auch als Abschiedsgeschenk. Nach mehreren erfolgreichen Jahren verlässt Björn Schnee die Stadtjugendkapelle Herzogenaurach, und dieses Konzert war zugleich sein Abschiedskonzert.

    Der Moment wurde für viele sichtlich emotional. Björn Schnee hatte es in den vergangenen Jahren geschafft, das Orchester musikalisch wie menschlich eng zusammenzuführen. Bei zahlreichen Musikerinnen und Musikern waren feuchte Augen zu sehen.

    Mit Music von John Miles und An Tagen wie diesen verwandelte die Bläserphilharmonie den bis auf den letzten Platz besetzten Keller endgültig in einen Konzertsaal mit Festivalstimmung. Der Kellerwirt ließ sie aber auch danach nicht gehen: er versprach allen Musikern noch eine Brotzeit, wenn sie noch 3 Zugaben geben würden. Gespielt wurden dann tatsächlich nochmal All In, Verdamm lang her und Major Tom aus dem 1980er Medley, und ein Ausschnitt aus Music. Am Ende hatte man den Eindruck, dass das Orchester am liebsten gar nicht mehr aufgehört hätte zu spielen – als wolle es den gemeinsamen Moment mit seinem Dirigenten für immer hinauszögern.

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